Verpackungslexikon

Kunststofffolie

Kunststofffolie, umgangssprachlich auch Plastikfolie oder auch Polymerfolie genannt, ist ein dĂŒnnes (typischerweise 2 ”m bis 0,5 mm WandstĂ€rke[1]) Blatt aus Kunststoff. Es wird zunĂ€chst in Endlosbahnen gefertigt, aufgerollt und spĂ€ter in passende StĂŒcke geschnitten. DĂŒnneres Material bezeichnet man als Membrane, dickeres Material kann nicht aufgerollt werden und heißt dann Tafel.

Basismaterial
Kunststofffolien bestehen vielfach aus Polyolefinen wie Polyethylen (PE) hoher und niedriger Dichte oder Polypropylen (PP). Daneben eignen sich aber auch Polyvinylchlorid (PVC), Polystyrol (PS), verschiedene Polyester sowie Polycarbonat (PC). Dagegen wird Cellophan aus Cellulose (Verfahren analog zu Viskose, jedoch aus SchlitzdĂŒsen) hergestellt, kann aber mit Kunststofffolie beschichtet sein. Auch andere bio-basierte Kunststoffe wie Polylactid (PLA), Celluloseacetat und StĂ€rkeblends können zu Folien verarbeitet werden und werden entsprechend eingesetzt. FĂŒr hochwertige Folien wird Polyethylenterephthalat (PET) eingesetzt.

HĂ€ufig werden auch Mehrschichtverbunde aus einer Kombination unterschiedlicher Kunststoffe hergestellt. Damit können bestimmte Eigenschaften, wie beispielsweise das Permeationsverhalten verbessert werden.

Die Produktion von Polycarbonatfolie wurde im Jahr 2000 eingestellt, da die geringe Herstellungsmenge mit dem Kunststofffolienkondensator als alleinige Anwendung unwirtschaftlich wurde.

Eigenschaften
Hauptmerkmal von Kunststofffolien ist ihre FĂ€higkeit, an oder um GegenstĂ€nde gewickelt werden zu können und sich deren Form anzupassen. Typische Foliendicken liegen im Bereich unter 0,1 Millimeter. Als Elektroisolierfolien können sie fallweise auch nur 0,002 Millimeter dick sein. Die Reißfestigkeit betrĂ€gt je nach Material zwischen 20 und 300 N/mmÂČ, ist aber hĂ€ufig lĂ€ngs und quer zur Extrusionsrichtung unterschiedlich. Die Reißdehnung kann leicht mehrere hundert Prozent erreichen.

Kunststofffolien können in vielen Farben eingefĂ€rbt, bei einigen Materialien aber auch völlig transparent eingestellt werden. In diesem Fall spricht man auch von Klarsichtfolie.

Sie sind zumeist elektrisch isolierend, werden aber insbesondere fĂŒr die Verpackung von statisch empfindlichen Elektronikbauteilen durch Modifikatoren leitfĂ€hig eingestellt.

Die mechanische Belastbarkeit kann durch Armieren mit Glasfasern oder Einbringung eines Geflechtes erhöht werden. Ebenso erhöhen bestimmte Polymere oder Additive die thermische Belastbarkeit zum Beispiel bei Folien fĂŒr Fotokopierer oder Laserdrucker.

Herstellung
Kunststofffolien werden meist durch Extrusion hergestellt (siehe auch Coex-Folie). Daneben können sie aber auch durch GießenKalandrieren oder Blasformen gefertigt werden.

Verwendung
Kunststofffolien werden hĂ€ufig als Verpackung verwendet, der Abdeckung von Baumaterial und der (meist vorlĂ€ufigen) Verkleidung von Öffnungen. Andere Baufolien werden zur Isolation verschiedener Schichten verwendet. In der Geotechnik sind so genannte Geotextilien in Gebrauch, mit denen unterirdische Schichten gegeneinander isoliert werden oder – etwa bei Deponien – auch zum Sammeln der Deponiegase benutzt werden.

Kleberbeschichtete PVC-Folien werden fĂŒr den Digitaldruck und als Schneidefolie verwendet. Sie werden als Rollenware vertrieben und werden in der Werbetechnik zur Herstellung von Beschilderungen, Beschriftungen im AußenbereichFahrzeugvollverklebungen und als OberflĂ€chenschutz eingesetzt.

Spezielle, atmungsaktive, selbstklebende Folien kommen als Wundverband im Rahmen der feuchten Wundbehandlung zum Einsatz.

Durchsichtige Folien (Klarsichtfolien) dienen als TrĂ€germaterial von beschreibbaren Overheadfolien fĂŒr Tageslichtprojektoren oder fĂŒr die lichtempfindliche Schicht von Filmen.

Folien werden ebenso in der Landwirtschaft verwendet (Folienkultur).

Produkte aus Kunststofffolie









Quelle: Wikipedia

 

 

 

 

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